Modelle ohne Zweck ergeben keinen Sinn!

wozu?Letzte Woche habe ich einen sehr interessanten Workshop zum Thema „BPMN-Modellierung und Anforderungsmanagement“ besucht. Die Vorträge waren praxisnah, sehr interessant und haben zu guten die Diskussionen geführt. Sehr schnell ging es um die Frage, was wie in den Modellen abgebildet wurde. Hier musste ich einwerfen, dass man doch als erstes klären müsse, welchen Zweck man mit den Modellen erreichen will, welchen Nutzen will man aus der Modellierung ziehen? Bei einigen eher akademisch geprägten Teilnehmern hat dies zu Verwunderung geführt. Was soll die Frage nach dem Zweck? Es geht doch darum, wie man Modelle einsetzt und wie die Modelle aufgebaut sind.

Zum Glück haben an diesem Workshop ausreichend Fachleute aus Unternehmen teilgenommen, denen aufgrund ihres auch wirtschaftlichen Blickwinkels meine Frage klar war. Was kann ich mit einem Modell erreichen? Mit dieser grundlegenden Frage muss ich anfangen, wenn ich mich mit Modellierung befasse! Wenn ich weiß, welche Ergebnisse ich erzielen möchte, kann ich das passende Modell auswählen, dass mir bestmöglich dabei hilft.

Ein Modell zu erstellen, das richtig ist, aber keinen Zweck erfüllt, macht keinen Sinn. Es wird zum Selbstzweck. Dennoch kommt dies häufig vor. Viele Berater verdienen damit teures Geld.

Nehmen wir als Beispiel ein Prozessmodell. Mit einem Prozessmodell kann ich ganz unterschiedliche Zwecke verfolgen:

  • Ich kann das Prozessmodell nutzen, um einen geplanten Prozess detailliert zu beschreiben, sozusagen als visuell beschriebene Anforderungen, die umgesetzt werden soll.
  • Ich kann das Prozessmodell nutzen, um in einem Team Einigkeit und einen gemeinsamen Wissensstand über einen bestehenden Prozess zu erhalten, bevor das Team Anforderungen entscheidet, die dazu beitragen sollen, den Prozess zu verbessern.
  • Ich kann das Prozessmodell nutzen, um eine Zertifizierung zu bestehen, die wichtig für die Vermarktung meiner Produkte ist.
  • Ich kann das Prozessmodell nutzen, um daraus ein Programm zu generieren, so dass der Prozess technisch durch eine Software unterstützt wird.
  • Ich kann das Modell erstellen, weil wir in unserem Unternehmen jetzt Prozesse modellieren müssen.

Je nachdem, welchen Zweck ich erreichen möchte, wähle ich die passenden Grenzen des Modells, den Detaillierungsgrad, die Modellierungsnotation, das Layout usw. Bei vielen Diskussionen um Modellierung geht es nach meiner Wahrnehmung oft zu sehr darum, wie modelliert wird und zu wenig darum, was die Modellierung demjenigen bringen soll, der dafür bezahlt.


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