Archiv der Kategorie: Komplexität

Komplexe Vernetzung: die große Herausforderung bei der Digitalisierung im Mittelstand?

Vernetzung: die große Herausforderung bei der Digitalisierung
Vor etwas mehr als einem Jahr veröffentlichte ich in diesem Blog den Artikel „Ist IT komplex?“. Aus diesem Artikel entstanden zahlreiche Diskussionen darüber, was denn Komplexität sei. Die Verständnisse gingen weit auseinander. Für die Einen ergab sich die Komplexität eines Systems aus der hohen Anzahl an Elementen, den vielen Verknüpfungen zwischen den Elementen und der Unüberschaubarkeit dieser Verknüpfungen. Große Software-Systeme waren somit komplex. Für andere durfte das Gesamtverhalten des Systems nicht eindeutig beschreibbar sein, wie zum Beispiel die Bewegung eines Mobiles. Aus diesem Blickwinkel heraus gesehen ist Software nicht komplex, da sich Computer exakt so verhalten, wie die Software es vorschreibt. Zumindest wenn sich nicht kaputt sind.

Die unterschiedlichen Sichten auf Komplexität gehen immer auch einher, mit unterschiedlichen Systemen, auf welche die Befragten ihre Aussage zu Komplexität beziehen. Wenn man die Wetterphänomene in der Atmosphäre mit dem Verhalten eines Computers vergleicht, so ist das Verhalten des Computers sehr gut vorhersagbar und auch weniger komplex. In diesem Artikel möchte ich Arten von Komplexität vorstellen, die Unternehmen bei der Digitalisierung im Auge haben und meistern müssen. Denn die Komplexität häufig der Grund, warum solche Vorhaben scheitern.
“Komplexe Vernetzung: die große Herausforderung bei der Digitalisierung im Mittelstand?” weiterlesen …

Schnittstellen: Fluch oder Segen?

Schnittstellen finden wir überall in unserem Alltag. Wir sollten Ihnen mehr Bedeutung beimessen.Woran denken Sie wenn Sie das Wort Schnittstelle hören? An Probleme? Dann sind Sie nicht alleine. Viele denken bei dem Wort Schnittstelle an Probleme.  „Schnittstellen sind teuer“ , „Schnittstellen funktionieren nicht. Sie passen nicht zusammen.“, „Wir waren eigentlich fertig, doch dann gab es Problem an den Schnittstellen“.  Es stellt sich jedoch die Frage: Sind die Schnittstellen der Grund für Probleme oder nur der Ort, an dem Probleme sichtbar werden?

Schnittstellen verbinden Systeme

Was sind denn eigentlich Schnittstellen? Schnittstellen verbinden Systeme, die vorher getrennt waren. Sie verbinden Systeme mit Ihrer Umgebung, oder sie verbinden Teilsysteme untereinander. Welche Art von Systemen dies sind, spielt keine Rolle. Vom Computer über Fotoapparate, Smartphones, Mitarbeiter, Lieferanten, Unternehmen, Behörden usw.: all diese Systeme sind über Schnittstellen miteinander verbunden.

Über die Schuko-Steckdose können wir Strom beziehen. Dazu wurden Vereinbarungen festgelegt. Diese  reichen über unterschiedliche Ebenen: neben den mechanischen Maßen, die wir mit dem Auge erkennen können, ist auch die elektrische Spannung festgelegt und wir können uns darauf verlassen, wenn wir ein Gerät an die Steckdose anschließen.  Beim USB Stecker kommen noch Vereinbarungen auf logischen/funktionalen Ebenen hinzu, wie z.B. die Übertragung von Daten. In Software-Systemen finden sich unendlich viele Schnittstellen, die mit dem Auge nicht sichtbar sind. Das Interface als Entwurfsmuster ist für gute Software-Architekten ebenso wichtig, wie ein Hammer für einen Schmied.
“Schnittstellen: Fluch oder Segen?” weiterlesen …

Harte und weiche Faktoren einer Veränderung

Für erfolgreiche Veränderungen müssen die Ebenen der weichen und der weichen Faktoren ineinander greifenMarion Winners, Geschäftsführerin der Avenue GmbH, hat in ihrem Blog einen sehr lesenswerten Beitrag zur Zusammenarbeit von Change Management Beratung und Unternehmensberatung geschrieben: Best of both worlds – Change Management Beratung & Unternehmensberatung

Ein Absatz hat mich besonders zum Nachdenken gebracht: „All diese Gelingens-Bedingungen setzen das Bewusstsein des Auftraggebers voraus, dass eine Veränderung immer zwei Ebenen beinhaltet, die bei der Umsetzung berücksichtigt werden sollten. Neben den harten Fakten, der strukturellen oder prozessualen Umsetzung des Fachkonzeptes, unterstützen gerade die weichen Faktoren die Anpassung der Führungskräfteentwicklung und die vorherrschende Denke (Kulturentwicklung) für eine nachhaltige wirksame Stabilisierung des Zielbildes.“


“Harte und weiche Faktoren einer Veränderung” weiterlesen …

Wir können so viel Tolles erreichen … aber jeder schaut nur auf das, was nicht funktioniert.

Wir können so viel Tolles erreichen … aber jeder schaut nur auf das, was nicht funktioniert.Kein Unternehmen macht Projekte nur so aus Spaß. Man verspricht sich von Projekte Verbesserungen. Meistens erreicht man sie auch. Ok, nicht jede Verbesserung ist für alle von Vorteil. Aber in den meisten Fällen profitieren viele. Sogar von IT Projekten, auch wenn viele denken, über die IT zu schimpfen gehöre zum Small Talk wie über das Wetter zu reden.

Verbesserungen sind Veränderungen. Und Veränderungen haben uns Menschen schon immer Angst gemacht. Manche behaupten, dies liege fest verwurzelt in unseren Genen. Wenn irgendwo etwas hinter einem Busch wackelt, könnte dies ja ein Raubtier sein, das uns fressen will. Deshalb müssen wir immer auf der Hut sein.
“Wir können so viel Tolles erreichen … aber jeder schaut nur auf das, was nicht funktioniert.” weiterlesen …

Was macht IT so kompliziert?

Was macht IT so kompliziert?IT finden wir heute überall. Teilweise wird sie von uns bewusst wahrgenommen, z.B. wenn wir über ein Smartphone Nachrichten verschicken. Die IT in einem Auto oder in Geräten, wie einem Staubsauger, nehmen wir meist nur dann wahr, wenn sie nicht funktioniert oder kompliziert zu bedienen ist. Die komplizierte Bedienung von IT möchte ich in diesem Artikel jedoch nicht betrachten.

Ich möchte den Blick auf IT-Projekte werfen.  Projekte, in denen IT so zum Einsatz gebracht werden soll, dass sie die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens unterstützt. Diese Bedürfnisse werden dabei von der Fachseite festgelegt und von den IT-Spezialisten umgesetzt. Eine Arbeitsteilung, wie sie in anderen Bereichen auch zu finden ist, z.B., wenn eine Förderanlage in eine Lager eingebaut wird. Warum wird jedoch die IT in Projekten als so kompliziert wahrgenommen. Woran liegt das? Hierzu sind mir einige Ursachen aufgefallen:
“Was macht IT so kompliziert?” weiterlesen …

Ist IT komplex?

Ein Uhrwerk ist ein Beispiel eines Systems, bei dem einfache Elemente sich gegenseitig beeinflussenDass IT-Systeme nicht einfach sind, wird wohl niemand bestreiten. Aber sind sie auch komplex? Da der Begriff Komplexität mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird, ist es müßig nach einem ja oder nein als Antwort zu suchen. Es ist aber sicher sinnvoll, IT einmal aus den unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Naheliegend, aber uninteressant

Obwohl es im Kontext von IT nahe liegen würde, möchte ich die in der Informatik verwendete Komplexität von Algorithmen außen vor lassen, die den Ressourcenbedarf bei der Ausführung der Algorithmen widerspiegelt. Auch die Verwendung zur Messung des Informationsinhaltes von Daten möchte ich nicht betrachten. Beide Bedeutungen werden von Spezialisten verwendet und passen nicht zu dem, was umgangssprachlich unter komplex verstanden wird.

Aspekt 1: Vernetzung

Schauen wir auf die in der Systemtheorie genutzte Sichtweise. Die Komplexität eines Systems steigt mit der Anzahl und Art an Elementen und der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Elementen. Komplexität entsteht also erst dadurch, dass Elemente miteinander verknüpft sind, also sich gegenseitig beeinflussen. Die große Anzahl alleine reicht nicht aus. 1000 Hühnereier die mit 1 cm Abstand nebeneinander auf einer großen Fläche liegen sind kein komplexes System. Die Eier beeinflussen sich nicht gegenseitig. Werden jedoch nur 100  Eier zu einer Pyramide gestapelt, sieht dies schon anders aus. Durch die Kopplung in Form des Aufeinanderliegens der Eier entsteht ein komplexes System. Was passiert mit der Pyramide wenn ein Ei die Belastung nicht aushält? Oder wenn man ein Ei entfernt?


“Ist IT komplex?” weiterlesen …

Die blinden Männer und der Elefant

Blind im IT-Projekt

Sechs blinde Männer untersuchen etwas Großes

Kennen Sie das Gleichnis „Die blinden Männer und der Elefant“?

Eine Gruppe blinder Männer untersucht einen Elefanten. Jeder untersucht einen anderen Teil, mit jeweils unterschiedlichem Ergebnis. Der Mann, der das Bein untersuchte, sagte der Elefant sei wie ein Baum. Für den, der den Rüssel untersucht hat, war der Elefant wie eine Schlange. Er sei wie ein Seil, sagte der, der den Schwanz des Elefanten untersuchte. Das Ganze endete in einem fürchterlichen Streit.

Das Gleichnis soll aufzeigen, dass wir die Realität unterschiedlich wahrnehmen, je nachdem welche Perspektive wir gewählt haben. Jeder hat aus seiner Sicht Recht. Ohne den Blick für das Ganze passen die Wahrnehmungen jedoch nicht zusammen.


“Die blinden Männer und der Elefant” weiterlesen …

Funktioniert Mitgestaltung nur bei flachen Hierarchien?

Geht Mitgestaltung nur bei falchen Hierarchien?Der besondere Wert motivierter und engagierter Mitarbeiter wird von jedem Unternehmen bestätigt. Zumindest nach außen.  Dass viele Hierarchieebenen der Motivation abträglich sein können beschreibt sehr schön der Artikel: „Mitgestalten statt Befehle entgegennehmen: Flache Hierarchien, hohe Motivation“ von Gino Brenni (http://imgriff.com/2013/12/04/mitgestalten-statt-befehle-entgegennehmen-flache-hierarchien-hohe-motivation/). Laut Brenni hat die Universität Graz sogar festgestellte, „dass das Risiko, ein Burnout zu erleiden, für Menschen mit niedriger Selbstbestimmung am Arbeitsplatz höher ist.“

Muss man nun unbedingt Hierarchieebenen abbauen? Oder gibt es andere Wege, die Mitgestaltungsmöglichkeiten von Mitarbeitern zu verbessern?

“Funktioniert Mitgestaltung nur bei flachen Hierarchien?” weiterlesen …

Der Bankenabwicklungsmechanismus – alle Klarheiten beseitigt

RechnungPolitiker reden gerne. Gerne auch lange und viel. Ob alles Gesagte ein schlüssiges Bild ergibt, ist nicht immer wichtig. So habe ich bisher Politiker wahrgenommen. Als ich in der Süddeutschen Zeitung den Artikel Das verrückte Labyrinth gelesen habe, war ich kurz davor, meine Meinung zu ändern. Der Finanzexperte der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold , hat den umstrittenen Bankenabwicklungsmechanismus der EU als Grafik darstellen lassen. Endlich will ein Politiker mich wirklich informieren. Mir etwas Kompliziertes erklären und verständlich machen. Toll! Ich war begeistert.

“Der Bankenabwicklungsmechanismus – alle Klarheiten beseitigt” weiterlesen …

„75 Prozent aller IT Mega Projekte von Banken erreichen nicht ihre Ziele …“

75% der IT-Mega-Projekte von Banken erreichen nicht ihr Ziel„…25 Prozent werden gar erfolglos abgebrochen.“ Diese Zahlen nennt Frank Schwab in seinem Artikel „IT Mega Projekte in Banken“ (http://www.imacor.eu/IT_Mega_Projekte_in_Banken.html) aus dem Mai dieses Jahres. Er hat dafür 150 IT Mega Projekte untersucht.

Als Ursache führt er auf:

  • „starke Unterschätzung der hohen Komplexität der zu verändernden IT Landschaften“
  • „unrealistische Projektziele“
  • „Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten“


“„75 Prozent aller IT Mega Projekte von Banken erreichen nicht ihre Ziele …“” weiterlesen …