Archiv der Kategorie: Lösungsarchitektur

Der Bankenabwicklungsmechanismus – alle Klarheiten beseitigt

RechnungPolitiker reden gerne. Gerne auch lange und viel. Ob alles Gesagte ein schlüssiges Bild ergibt, ist nicht immer wichtig. So habe ich bisher Politiker wahrgenommen. Als ich in der Süddeutschen Zeitung den Artikel Das verrückte Labyrinth gelesen habe, war ich kurz davor, meine Meinung zu ändern. Der Finanzexperte der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold , hat den umstrittenen Bankenabwicklungsmechanismus der EU als Grafik darstellen lassen. Endlich will ein Politiker mich wirklich informieren. Mir etwas Kompliziertes erklären und verständlich machen. Toll! Ich war begeistert.

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E-Post visualisiert Software-Landschaft – was hat das mit Magritte zu tun?

Das ist keine Pfeife: Bild und Motiv sind nicht das selbe!

Bild und Motiv sind nicht das selbe. Das gilt auch für Software und das Verhalten von Computern. Software ist lediglich die Beschreibung, wie ein Computer sich verhalten soll. Software ist nur Mittel zum Zweck. Auf den Zweck kommt es an!

Jedem Betrachter des Bildes „La trahison des images“ des belgischen Malers René Magritte bleibt der anscheinende Widerspruch zwischen der gezeigten Pfeife und dem Satz “Ceci n’est pas une pipe“ (Dies ist keine Pfeife) in Erinnerung. Magritte macht uns damit auf eine Unterscheidung aufmerksam, die uns im Alltag kaum bewusst ist: ein Bild einer Pfeife ist keine Pfeife. Es ist nur ein Bild.

Überträgt man diese Erkenntnis auf einen Roman, so kann man dort zwischen dem Buch und der Handlung des Romans unterscheiden. Das Buch hat Seiten. Man kann es kaufen, man kann es in die Hand nehmen. Die Handlung kann spannend oder langweilig sein, in der Zukunft spielen oder in längst vergessenen Zeiten. Der Leser interessiert sich in der Regel für die Handlung. Das Buch ist der Mittel zum Zweck, sich die Handlung zugängig zu machen. Diese Trennung ist eigentlich nicht kompliziert. Im Alltag kommt es auch nicht zu Verwirrungen, wenn man die Begriffe nicht streng auseinander hält.

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Warum nicht mal auf Goethe hören?

Professor Wendt hat mir vor einigen Tagen ein Foto eines Denkmals in Leipzig geschickt. Auf diesem Denkmal ist ein  Zitat eingraviert, das ein passender Leitspruch für die Fundamental Modeling Concepts (FMC) wäre:

Zur Einsicht in den geringsten Teil ist die Übersicht über das Ganze nötig - Johann Wolfgang von Goethe

„Zur Einsicht in den geringsten Teil ist die Übersicht über das Ganze nötig“.

Johann Wolfgang von Goethe

Dieses Zitat aus dem Jahre 1810 ist in der IT-Branche immer noch brandaktuell. Es trifft in fast jedem Projekt einen wunden Punkt.


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Hilft uns eine räumliche Vorstellung komplexe Systeme zu verstehen?

Räumliche Vorstellung eines SystemsStellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Sie sitzen jemanden an einem Tisch gegenüber und fragen ihn, wie sie in einer Stadt von A nach B kommen. Mit hoher Es kann gut sein, dass Ihr Gegenüber Ihnen nicht nur den Weg erklärt, sondern dass er ihnen den Weg auch mit dem Finger auf dem Tisch zeigt, obwohl dort kein Stadtplan liegt.

Was steckt dahinter? Hilft das Zeigen demjenigen, der den Weg erklärt, seine im Kopf abgespeicherte Vorstellung der Stadt zu aktivieren? Will  er Ihnen seine Vorstellung der Stadt vermitteln, so dass Sie neben den Anweisungen, wann Sie wo abbiegen sollen, auch eine Orientierung erhalten?

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Modelle ohne Zweck ergeben keinen Sinn!

wozu?Letzte Woche habe ich einen sehr interessanten Workshop zum Thema „BPMN-Modellierung und Anforderungsmanagement“ besucht. Die Vorträge waren praxisnah, sehr interessant und haben zu guten die Diskussionen geführt. Sehr schnell ging es um die Frage, was wie in den Modellen abgebildet wurde. Hier musste ich einwerfen, dass man doch als erstes klären müsse, welchen Zweck man mit den Modellen erreichen will, welchen Nutzen will man aus der Modellierung ziehen? Bei einigen eher akademisch geprägten Teilnehmern hat dies zu Verwunderung geführt. Was soll die Frage nach dem Zweck? Es geht doch darum, wie man Modelle einsetzt und wie die Modelle aufgebaut sind.


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22 Jahre Architekturmodellierung bei SAP

Dr. Bernhard Gröne, Development Architect und TAM Standard Owner der SAP AG, hat auf der GI-Konferenz Modellierung 2012 einen sehr schönen Beitrag veröffentlich:

Introducing Architecture Modeling at a big software product company

In diesem Beitrag beschreibt Dr. Gröne nur den organisatorischen Weg, einen Modellierungsstandard in einer solch großen Organisation durchgängig zu etablieren. Der Artikel enthält auch einige schöne Beispiele von FMC-Blockdiagrammen.

TAM (Technical Architecture Modeling) ist eine Kombination von FMC und UML. TAM verwendet als Notation für Aufbaustrukturen die FMC-Blockdiagramme, für Ablaufstrukturen die UML Activity Diagramme und für Wertbereichsstrukturen die UML Klassendiagramme. Das Denkmodell hinter TAM ist jedoch das von FMC.

Ein roter Faden zu FMC …

Wer schon einmal in einem Workshop erlebt hat, wie schnell mit FMC alte und bisher unerkannte Missverständnisse auf den Tisch kommen und wie effektiv Teams an neuen Lösungen arbeiten, braucht keine weiteren Argumente für FMC – die Ergebnisse sprechen für sich. Für alle, die noch keine Erfahrungen mit FMC haben, führe ich in einem kleinen Whitepaper über verschiedene Fragen und Antworten schrittweise zu dem Nutzen aber auch zu den Herausforderungen der Modellierung mit FMC.

Nutzen und Herausforderung bei FMC (296.1 KiB, 260 downloads)

Viel Spaß beim Lesen!

Sprache bestimmt das Denken …

Sprache bestimmt das Denken …

… und somit die Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln.

Letzte Woche habe ich ein Diskussionspapier erhalten, in dem ein Software-Entwickler zwei Varianten von Versionsverwaltungssystemen gegenüber stellt. Obwohl ich die technischen Prinzipien solcher Systeme kenne, war es mir kaum möglich, den Gedankengängen des Autors zu folgen. Es war nicht die Komplexität des Themas, die mich davon abgehalten hat, sondern die Unverständlichkeit der Sprache.

Der Text war in (fast) deutscher Sprache geschrieben. Er enthielt jedoch sehr viele Anglizismen und schlichtweg falsche Übersetzungen englischer Fachbegriffe. Mit Mühe konnte ich mir den Sinn der Texte erschließen. Was mich erschreckt hat, war die Denkwelt, in der der Autor sich bewegte.

Mir ist dazu ein Artikel eingefallen, den ich vor einigen Jahren im Spiegel gelesen habe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,314106,00.html

Hier ein kurzes Zitat: „Völker, in deren Sprache bestimmte Ausdrücke nicht auftauchen, leiden an einer gestörten Wahrnehmung: Sie können Konzepte, für die sie keine Wörter kennen, auch nicht verstehen. Offensichtlich bestimmt die Sprache, so eine aktuelle Studie, wie Menschen Realität wahrnehmen.“ – Spiegel, 20.08.2004

Dies erklärt sehr gut meinen Eindruck, den ich beim Lesen des Diskussionspapiers hatte. Wenn jemand beim Kommunizieren mit anderen Menschen nur Begriffe aus der Welt  des Programmierens verwendet und keine andere Sprache als Programmiersprachen und Kommandos von Softwareprogrammen kennt, wird er nicht in der Lage sein, komplexe Systeme zu konstruieren.

Damit Ingenieure Lösungen für komplexe Aufgabenstellung entwickeln können, ist eine passende Sprache erforderlich. Die Fundamental Modeling Concepts von Prof. Wendt sind dafür bestens geeignet, da sie sich auf einfache Grundprinzipien beschränken und von allen Beteiligten verstanden werden können, nicht nur von Spezialisten. Nach meiner Meinung ein MUSS, um gemeinsam in Teams an innovativen Lösungen zu arbeiten.

Es geht weniger darum, welche Modellierungsmethode eingesetzt wird, sondern vielmehr darum, wie die Teams über die Lösung denken, an der sie gemeinsam arbeiten. Hier entscheidet sich, ob effizient und erfolgreich gearbeitet wird, oder nicht.


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