Archiv der Kategorie: Lösungsarchitektur

Schnittstellen: Fluch oder Segen?

Schnittstellen finden wir überall in unserem Alltag. Wir sollten Ihnen mehr Bedeutung beimessen.Woran denken Sie wenn Sie das Wort Schnittstelle hören? An Probleme? Dann sind Sie nicht alleine. Viele denken bei dem Wort Schnittstelle an Probleme.  „Schnittstellen sind teuer“ , „Schnittstellen funktionieren nicht. Sie passen nicht zusammen.“, „Wir waren eigentlich fertig, doch dann gab es Problem an den Schnittstellen“.  Es stellt sich jedoch die Frage: Sind die Schnittstellen der Grund für Probleme oder nur der Ort, an dem Probleme sichtbar werden?

Schnittstellen verbinden Systeme

Was sind denn eigentlich Schnittstellen? Schnittstellen verbinden Systeme, die vorher getrennt waren. Sie verbinden Systeme mit Ihrer Umgebung, oder sie verbinden Teilsysteme untereinander. Welche Art von Systemen dies sind, spielt keine Rolle. Vom Computer über Fotoapparate, Smartphones, Mitarbeiter, Lieferanten, Unternehmen, Behörden usw.: all diese Systeme sind über Schnittstellen miteinander verbunden.

Über die Schuko-Steckdose können wir Strom beziehen. Dazu wurden Vereinbarungen festgelegt. Diese  reichen über unterschiedliche Ebenen: neben den mechanischen Maßen, die wir mit dem Auge erkennen können, ist auch die elektrische Spannung festgelegt und wir können uns darauf verlassen, wenn wir ein Gerät an die Steckdose anschließen.  Beim USB Stecker kommen noch Vereinbarungen auf logischen/funktionalen Ebenen hinzu, wie z.B. die Übertragung von Daten. In Software-Systemen finden sich unendlich viele Schnittstellen, die mit dem Auge nicht sichtbar sind. Das Interface als Entwurfsmuster ist für gute Software-Architekten ebenso wichtig, wie ein Hammer für einen Schmied.
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Von Steinmetzen, Baumeistern und Sängern des hohen Liedes

Kathedrale von FlorenzVor Kurzem hat mir eine sehr erfahrene Turn-Around-Managerin eine schöne Geschichte erzählt, die sie in ihren Projekten einsetzt:

Es war die Zeit, als die großen Kathedralen gebaut wurden. Ein Mann kam in Paris an der Baustelle der der Notre-Dame vorbei und sah drei Steinmetzen bei der Arbeit zu. Jeder war dabei, einen Sandstein zu bearbeiten. Er fragte den ersten Steinmetz, was er den tue. „Ich behaue einen Stein“ sagte dieser und man konnte die Anstrengung der Arbeit in seinem Gesicht erkennen. Dann ging der Mann zum zweiten Steinmetz und frage auch ihn, was er tue. „Ich baue eine Kathedrale“ sagte dieser mit stolz geschwellter Brust. Auch der dritte Steinmetz wurde befragt und antwortet voll Begeisterung: „Ich singe ein hohes Lied zu Ehren Gottes“.


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Ein Plädoyer für die Daten

Daten und Prozess gehören zusammenDaten und IT gehören irgendwie zusammen. Wenn mit Daten etwas nicht stimmt, wird bei der IT nachgefragt, was denn los sei. Aber sind Daten wirklich eine Sache der IT?

Blicken wir einmal zurück in eine Zeit als es noch keine Computer gab. Das ist noch gar nicht so lange her. Damals gab es schon eine Buchhaltung, ein Lagerwesen und eine Produktionsplanung. Die dazugehörenden Prozesse liefen zwar etwas anders ab als mit den heutigen Möglichkeiten, die Prozesse gab es aber schon. Und auch ohne elektronische Datenverarbeitung spielten in diesen Prozessen Daten eine wichtige Rolle. Daten – damals nannte man sie auch Akten oder Bücher – waren das Mittel um Informationen zwischen Prozessen auszutauschen. Wenn Ware in ein Lager eingebracht wurde, wurde ein Bestand erhöht. Wenn die Ware entnommen wurde, wurde wieder ausgebucht. Die Daten waren enorm wichtig und wurden sehr sorgsam gepflegt. Denn ohne Daten konnten die Prozesse nicht funktionieren.
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Harte und weiche Faktoren einer Veränderung

Für erfolgreiche Veränderungen müssen die Ebenen der weichen und der weichen Faktoren ineinander greifenMarion Winners, Geschäftsführerin der Avenue GmbH, hat in ihrem Blog einen sehr lesenswerten Beitrag zur Zusammenarbeit von Change Management Beratung und Unternehmensberatung geschrieben: Best of both worlds – Change Management Beratung & Unternehmensberatung

Ein Absatz hat mich besonders zum Nachdenken gebracht: „All diese Gelingens-Bedingungen setzen das Bewusstsein des Auftraggebers voraus, dass eine Veränderung immer zwei Ebenen beinhaltet, die bei der Umsetzung berücksichtigt werden sollten. Neben den harten Fakten, der strukturellen oder prozessualen Umsetzung des Fachkonzeptes, unterstützen gerade die weichen Faktoren die Anpassung der Führungskräfteentwicklung und die vorherrschende Denke (Kulturentwicklung) für eine nachhaltige wirksame Stabilisierung des Zielbildes.“


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Das Organigramm und seine Grenzen

Eine strenge Hierarchie war in Armeen wichtig, um schnell Strategien umzusetzen.Organigramme stellen in der Regel die disziplinarische Verantwortung in einem Unternehmen dar. Wer ist wem weisungsbefugt und wer muss an wen berichten. Doch beschreiben Sie damit auch das Unternehmen? Wenn ja, was beschreiben Sie und was wird nicht betrachtet?

Die hinter Organigrammen steckende Denkweise war im Militär sehr wichtig. Um Armeen schnell aus einem Ruhezustand – dem Leben in der Kaserne – in einen operativ funktionierenden Zustand – eine Schlacht – zu bringen, war eine strenge Kommunikations- und Weisungsstruktur zwingend. Für jede Schlacht, also die Zeit, in der die Armee operativ war, wurde eine individuelle Strategie entwickelt. Das operative taktische Vorgehen wurde anhand von Schlachtplänen im Team der Generale geplant. Dabei wurden teilweise die Schlachtfelder im Modell nachgebaut, damit alle dieselbe Vorstellung im Kopf und einen guten Überblick hatten. So wurde dann gemeinsam das Zusammenspiel der Verbände festgelegt und koordiniert. Diese Vorgaben waren dann von der Armee umzusetzen. Um diese Vorgaben – man kann sie auch „Changes“ nennen – schnellstmöglich und ohne Widerspruch der Soldaten umzusetzen, war eine streng hierarchische Aufbauorganisation enorm wichtig. Ob die Schlacht gewonnen wurde, entschied jedoch in erster Linie der Schlachtplan. Das Organigramm war entscheidend dafür, dass der Schlachtplan schnell genug umgesetzt und bei Bedarf angepasst werden konnte.
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Was macht IT so kompliziert?

Was macht IT so kompliziert?IT finden wir heute überall. Teilweise wird sie von uns bewusst wahrgenommen, z.B. wenn wir über ein Smartphone Nachrichten verschicken. Die IT in einem Auto oder in Geräten, wie einem Staubsauger, nehmen wir meist nur dann wahr, wenn sie nicht funktioniert oder kompliziert zu bedienen ist. Die komplizierte Bedienung von IT möchte ich in diesem Artikel jedoch nicht betrachten.

Ich möchte den Blick auf IT-Projekte werfen.  Projekte, in denen IT so zum Einsatz gebracht werden soll, dass sie die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens unterstützt. Diese Bedürfnisse werden dabei von der Fachseite festgelegt und von den IT-Spezialisten umgesetzt. Eine Arbeitsteilung, wie sie in anderen Bereichen auch zu finden ist, z.B., wenn eine Förderanlage in eine Lager eingebaut wird. Warum wird jedoch die IT in Projekten als so kompliziert wahrgenommen. Woran liegt das? Hierzu sind mir einige Ursachen aufgefallen:
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Ist IT komplex?

Ein Uhrwerk ist ein Beispiel eines Systems, bei dem einfache Elemente sich gegenseitig beeinflussenDass IT-Systeme nicht einfach sind, wird wohl niemand bestreiten. Aber sind sie auch komplex? Da der Begriff Komplexität mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird, ist es müßig nach einem ja oder nein als Antwort zu suchen. Es ist aber sicher sinnvoll, IT einmal aus den unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Naheliegend, aber uninteressant

Obwohl es im Kontext von IT nahe liegen würde, möchte ich die in der Informatik verwendete Komplexität von Algorithmen außen vor lassen, die den Ressourcenbedarf bei der Ausführung der Algorithmen widerspiegelt. Auch die Verwendung zur Messung des Informationsinhaltes von Daten möchte ich nicht betrachten. Beide Bedeutungen werden von Spezialisten verwendet und passen nicht zu dem, was umgangssprachlich unter komplex verstanden wird.

Aspekt 1: Vernetzung

Schauen wir auf die in der Systemtheorie genutzte Sichtweise. Die Komplexität eines Systems steigt mit der Anzahl und Art an Elementen und der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Elementen. Komplexität entsteht also erst dadurch, dass Elemente miteinander verknüpft sind, also sich gegenseitig beeinflussen. Die große Anzahl alleine reicht nicht aus. 1000 Hühnereier die mit 1 cm Abstand nebeneinander auf einer großen Fläche liegen sind kein komplexes System. Die Eier beeinflussen sich nicht gegenseitig. Werden jedoch nur 100  Eier zu einer Pyramide gestapelt, sieht dies schon anders aus. Durch die Kopplung in Form des Aufeinanderliegens der Eier entsteht ein komplexes System. Was passiert mit der Pyramide wenn ein Ei die Belastung nicht aushält? Oder wenn man ein Ei entfernt?


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Funktioniert Mitgestaltung nur bei flachen Hierarchien?

Geht Mitgestaltung nur bei falchen Hierarchien?Der besondere Wert motivierter und engagierter Mitarbeiter wird von jedem Unternehmen bestätigt. Zumindest nach außen.  Dass viele Hierarchieebenen der Motivation abträglich sein können beschreibt sehr schön der Artikel: „Mitgestalten statt Befehle entgegennehmen: Flache Hierarchien, hohe Motivation“ von Gino Brenni (http://imgriff.com/2013/12/04/mitgestalten-statt-befehle-entgegennehmen-flache-hierarchien-hohe-motivation/). Laut Brenni hat die Universität Graz sogar festgestellte, „dass das Risiko, ein Burnout zu erleiden, für Menschen mit niedriger Selbstbestimmung am Arbeitsplatz höher ist.“

Muss man nun unbedingt Hierarchieebenen abbauen? Oder gibt es andere Wege, die Mitgestaltungsmöglichkeiten von Mitarbeitern zu verbessern?

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Der Sache gerecht werden. Dann klappt es auch mit dem Projekt.

Das magische Dreieck des Projektmanagements: Das Sachziel ist meist nicht klar genug!

Das magische Dreieck des Projektmanagements ist jedem Projektleiter schon einmal untergekommen. Wer bei Google danach sucht, wird unterschiedliche Varianten finden. Mir persönlich gefällt die Variante am besten, die die konkurrierenden Ziele zeigt, die der Projektleiter unter einen Hut bringen muss:

  • Terminziel
  • Kostenziel
  • Sachziel

Termine und Kosten tauchen  in allen Varianten auf. Das Sachziel wird im IT-Umfeld häufig auf die Funktionalität der IT-Lösung reduziert. Das wird meiner Meinung nach der Sache jedoch nicht gerecht, um die es im Projekt geht.

Wo kommen die Wünsche nach Funktionalität her? Passen die Vorstellungen der Personen, die die Funktionalität definieren, überhaupt zusammen? Ist Funktionalität das Einzige, was man am Ende des Projektes erhält? Oder spielen Faktoren wie zukünftige Erweiterbarkeit, Anpassbarkeit, Verlässlichkeit auch eine Rolle?

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Ein Buch voller Baupläne: The Architecture of SAP ERP

The Architecture of SAP ERP The Architecture of SAP ERP, erschienen 2014 im Verlag tredition[/caption]

Das vor wenigen Tagen erschienene Buch „The Architecture of SAP ERP” von Bernhard Gröne und Jochen Bieder gibt einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Bereiche von SAP ERP (vormals SAP R/3). Das Buch enthält über 100 Diagramme, davon über 50 Baupläne in Form von FMC-Blockdiagrammen.

Dieses Buch ist nicht nur allen zu empfehlen, die ein vertieftes Verständnis von SAP ERP erhalten wollen. Es vermittelt auch einen sehr guten Eindruck, wie mit Blockdiagrammen/Bauplänen die Architektur einer äußerst komplexen und umfangreichen Software verständlich erklärt werden kann.