E-Post visualisiert Software-Landschaft – was hat das mit Magritte zu tun?

Das ist keine Pfeife: Bild und Motiv sind nicht das selbe!

Bild und Motiv sind nicht das selbe. Das gilt auch für Software und das Verhalten von Computern. Software ist lediglich die Beschreibung, wie ein Computer sich verhalten soll. Software ist nur Mittel zum Zweck. Auf den Zweck kommt es an!

Jedem Betrachter des Bildes „La trahison des images“ des belgischen Malers René Magritte bleibt der anscheinende Widerspruch zwischen der gezeigten Pfeife und dem Satz “Ceci n’est pas une pipe“ (Dies ist keine Pfeife) in Erinnerung. Magritte macht uns damit auf eine Unterscheidung aufmerksam, die uns im Alltag kaum bewusst ist: ein Bild einer Pfeife ist keine Pfeife. Es ist nur ein Bild.

Überträgt man diese Erkenntnis auf einen Roman, so kann man dort zwischen dem Buch und der Handlung des Romans unterscheiden. Das Buch hat Seiten. Man kann es kaufen, man kann es in die Hand nehmen. Die Handlung kann spannend oder langweilig sein, in der Zukunft spielen oder in längst vergessenen Zeiten. Der Leser interessiert sich in der Regel für die Handlung. Das Buch ist der Mittel zum Zweck, sich die Handlung zugängig zu machen. Diese Trennung ist eigentlich nicht kompliziert. Im Alltag kommt es auch nicht zu Verwirrungen, wenn man die Begriffe nicht streng auseinander hält.

Wichtiger wird die begrifflich saubere Trennung, wenn es um Software geht. Hier wird sehr häufig Beschreibung und Beschriebenes vermischt, was schnell zu Verwirrung führen kann. Eine Software beschreibt in einer für Computer verständlichen Sprache (der Programmiersprache), wie ein Computer sich zu verhalten hat. Ähnlich wie ein Drehbuch. Da der Computer sehr schnell, aber auch sehr dumm ist, muss jeder einzelne Schritt genau festgelegt werden. Für normale Menschen ist so ein Programm kaum zu verstehen.

Wenn die E-Post ihre Software-Landschaft visualisiert (siehe Artikel im CIO Magazin: „E-Post visualisiert Software-Landschaft„), so visualisiert sie ihre „Drehbücher“. Welche Teile der „Drehbücher“ enthalten zu komplizierte Formulierungen? Wo kommt es immer wieder zu Fehlern, wenn das „Drehbuch“ geändert wird? Solche Analyseergebnisse sind für die Software-Spezialisten relevant. Gegebenenfalls auch für deren Manager, also z.B. einen CTO oder Entwicklungsleiter. Für diese Zielgruppe kann eine Visualisierung, wie sie die E-Post macht, gute Erkenntnisse bringen.

Ein Unternehmen ist jedoch in erster Linie daran interessiert, was seine Computer (zusammen mit der Software) leisten. Interessant sind die „Handlungen“, die in den vielen „Drehbüchern“ beschrieben werden. Besonders spannend wird es dort, wo Handlungsstränge über mehre „Drehbücher“ hinweg gehen, d.h. dort wo betriebswirtschaftliche Anwendungen integriert werden.

Wenn ich Teams in Projekten unterstütze, lasse ich mir erklären, was die Computer tun bzw. tun sollen. Wenn mir das nicht verständlich erklärt werden kann, lese ich auch die Programmtexte durch, denn dort steht ja alles drin. Nur leider sehr kryptisch und manchmal unnötig kompliziert beschrieben. Im nächsten Schritt visualisiere ich meine Erkenntnisse auf einem allgemein verständlichen Level als eine Art Bauplan. Diesen stelle in den Teams zu Diskussion. Ein solcher Plan ist natürlich auch nur eine Beschreibung. Allerdings auf einem für uns Menschen geeigneten Abstraktionsniveau, nicht auf dem Niveau eines Computers. Die Diskussion in den Teams geht dann nicht um den Plan, sondern um das, was in dem Plan beschrieben wird: also was die Computer zur Unterstützung von Geschäftsprozessen leisten sollen. So können die Teams ein gemeinsames Verständnis entwickeln, um was es in ihrem Projekt eigentlich geht. In der Folge werden Missverständnisse und Fehler vermieden. Das wirkt sich sofort positiv auf die Kosten und Termine des Projektes aus.

Software ist immer nur ein Mittel zum Zweck. Das darf man nie vergessen. Die Hauptbemühungen müssen darin liegen, den Zweck klar zu machen. Dabei unterstütze ich Sie gerne. Sie wollen wissen wie? Lassen Sie und darüber sprechen.


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