Schlagwort-Archive: Komplexität

Komplexe Vernetzung: die große Herausforderung bei der Digitalisierung im Mittelstand?

Vernetzung: die große Herausforderung bei der Digitalisierung
Vor etwas mehr als einem Jahr veröffentlichte ich in diesem Blog den Artikel „Ist IT komplex?“. Aus diesem Artikel entstanden zahlreiche Diskussionen darüber, was denn Komplexität sei. Die Verständnisse gingen weit auseinander. Für die Einen ergab sich die Komplexität eines Systems aus der hohen Anzahl an Elementen, den vielen Verknüpfungen zwischen den Elementen und der Unüberschaubarkeit dieser Verknüpfungen. Große Software-Systeme waren somit komplex. Für andere durfte das Gesamtverhalten des Systems nicht eindeutig beschreibbar sein, wie zum Beispiel die Bewegung eines Mobiles. Aus diesem Blickwinkel heraus gesehen ist Software nicht komplex, da sich Computer exakt so verhalten, wie die Software es vorschreibt. Zumindest wenn sich nicht kaputt sind.

Die unterschiedlichen Sichten auf Komplexität gehen immer auch einher, mit unterschiedlichen Systemen, auf welche die Befragten ihre Aussage zu Komplexität beziehen. Wenn man die Wetterphänomene in der Atmosphäre mit dem Verhalten eines Computers vergleicht, so ist das Verhalten des Computers sehr gut vorhersagbar und auch weniger komplex. In diesem Artikel möchte ich Arten von Komplexität vorstellen, die Unternehmen bei der Digitalisierung im Auge haben und meistern müssen. Denn die Komplexität häufig der Grund, warum solche Vorhaben scheitern.
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Ein Bauplan der funktionalen Architektur des BABOK 3.0

Bauplan der funktionalen Architektur der BABOK AufgabenDer BABOK® Guide (Guide to the Business Analysis Body of Knowlegde®) des International Institut of Business AnalysisTM ist sicherlich das international anerkannte Standardwerk für Business Analysten, Systemanalysten und Anforderungsmanager. In seiner Version 3.0, die im April dieses Jahres veröffentlicht wurde, werden 30 unterschiedliche Aufgaben eines Business Analysten sehr strukturiert und ausführlich beschrieben. Die Aufgaben sind in sechs Wissensgebieten zusammengefasst.

Für jede Aufgabe ist ausführlich dargestellt,

  • wozu sie gebraucht wird
  • was der Inhalt der Aufgabe ist
  • welche Inputs gebraucht werden und welche Outputs entstehen
  • welche Leitfäden und Werkzeuge genutzt werden können
  • welche Techniken zu der Aufgabe passen
  • und welche Personengruppen beteiligt sind.

30 unterschiedliche Aufgaben sind ganz schön viel. Ich habe bisher in meiner Praxis noch nicht erlebt, dass in einem Projekt alle diese Aufgaben wirklich umgesetzt wurden. Zumindest nicht explizit.

So klar und ausführlich die einzelnen Aufgaben auch beschrieben sind, mir hat jedoch eines gefehlt: der Überblick, wie diese Aufgaben zusammen wirken. Schließlich machen die Aufgaben isoliert keinen Sinn. Sie sind über ihre Eingaben und Ausgaben miteinander vernetzt und bilden gemeinsam das System Business Analyse. Doch wie sieht dieses System aus? Im BABOK gibt es in der Einleitung eine Grafik, die auf sehr abstrakter Ebene Beziehungen zwischen den Wissensgebieten skizziert. Diese Grafik ist allerdings sehr allgemein gehalten und war mir nicht aussagekräftig genug, um einen fundierten Überblick zu bekommen. Diese Flughöhe war mir zu hoch.


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Hey Joe, Dr. No und das Business Model Canvas

Unüberdachte Anforderungen an die IT führen zu Frustration und BlockierenKennen Sie Hey Joe und Dr. No? Fachbereiche wünschen sich oft einen Hey Joe in der IT-Abteilung. Jemanden, den man unkompliziert anfragen kann: „Hey Joe, kannst Du nicht mal schnell …“.

Junge Mitarbeiter in der IT sind anfangs oft sehr eifrig und lassen alles fallen und liegen um ihrem Kunden seinen dringenden Wunsch zu erfüllen. Leider führt diese falsch gehandhabte Agilität zu oft dazu, dass die Fachbereiche sich zu wenig Gedanken über ihren wirklichen Bedarf machen. Die schnell mal so an die IT gestellten Anforderungen sind häufig unklar und leider meistens zu kurz gedacht. In der Folge sind teure und aufwändige Nacharbeiten erforderlich. Diese verschlingen Budgets, binden wertvolle Ressourcen und behindern in der Folge wirkliche Innovationen im Unternehmen, die für den Geschäftserfolg wichtig wären.
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Die IT blockiert und liefert nicht das, was gebraucht wird!

Vor einer Woche habe ich unter dieser Überschrift folgenden Artikel in der XING-Gruppe IT-Connection veröffentlicht:
Changeprojekte erfordern von den Teams den Blick über den Tellerrand

Die IT blockiert und liefert nicht das, was gebraucht wird!

Haben Sie solche Sätze auch schon einmal gehört? Leider sind sie im „Business“ Umfeld sozusagen salonfähig geworden. Manchmal kommt es mir so vor, als gehöre es zum Business-Smalltalk über die IT zu schimpfen, genauso wie man über das Wetter redet.

Aber es geht nicht nur der IT so. Der Datenschutz ist auch nicht besser dran. Oder der Betriebsrat. Die Fachbereiche untereinander sind sich auch nicht grün. Überall wo über den eigenen Tellerrand geschaut werden muss, kommt es zu Problemen. Die Welt hinter dem eigenen Tellerrand wird leider immer komplexer.

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Anforderungen oder Erwartungen – woran wird ein Projektergebnis wirklich gemessen?

Woran werden Projektergebnisse gemessen?Wenn ein Unternehmen Veränderungen in seinen Geschäftsprozessen oder den unterstützenden IT-Systemen durchführen möchte, wird ein Projekt gestartet.  In Anforderungen wird präzise und eindeutig definiert, was in dem Projekt umzusetzen ist. Schnell kommen enorme Listen zusammen. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Anforderungen am Anfang des Projektes z.B. in Form eines Lasten- oder Pflichtenheftes spezifiziert werden oder in agilen Projekten iterativ als Backlog entstehen. Formal sind die Anforderungen ausschlaggebend für die vom Projekt zu erbringende Leistung und werden bei der Abnahme als Kriterium herangezogen. Aber wird im Unternehmen das Ergebnis des Projektes wirklich anhand dieser Anforderungen bewertet?
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Veränderung braucht Vertrauen – Vertrauen braucht klare Verständigung

Ohne klare Verständigung kein Vertrauen. Ohne Vertrauen entsteht Widerstand gegen Veränderung. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir halten gerne an Bestehendem fest. Das liegt in unserer Natur. Veränderungen machen uns oft Angst. Wir haben Angst, die Kontrolle zu verlieren. Besonders dann, wenn die Veränderung von anderen getrieben und gesteuert wird.

Unternehmen müssen sich ständig wandeln. Die Mitarbeiter sollen den Führungskräften vertrauen und den Wandel mit tragen. Wenn sie dies nicht tun, liegt es selten an Sturheit oder bösem Willen. Meist mangelt es an Vertrauen.


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Was macht IT so kompliziert?

Was macht IT so kompliziert?IT finden wir heute überall. Teilweise wird sie von uns bewusst wahrgenommen, z.B. wenn wir über ein Smartphone Nachrichten verschicken. Die IT in einem Auto oder in Geräten, wie einem Staubsauger, nehmen wir meist nur dann wahr, wenn sie nicht funktioniert oder kompliziert zu bedienen ist. Die komplizierte Bedienung von IT möchte ich in diesem Artikel jedoch nicht betrachten.

Ich möchte den Blick auf IT-Projekte werfen.  Projekte, in denen IT so zum Einsatz gebracht werden soll, dass sie die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens unterstützt. Diese Bedürfnisse werden dabei von der Fachseite festgelegt und von den IT-Spezialisten umgesetzt. Eine Arbeitsteilung, wie sie in anderen Bereichen auch zu finden ist, z.B., wenn eine Förderanlage in eine Lager eingebaut wird. Warum wird jedoch die IT in Projekten als so kompliziert wahrgenommen. Woran liegt das? Hierzu sind mir einige Ursachen aufgefallen:
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Ist IT komplex?

Ein Uhrwerk ist ein Beispiel eines Systems, bei dem einfache Elemente sich gegenseitig beeinflussenDass IT-Systeme nicht einfach sind, wird wohl niemand bestreiten. Aber sind sie auch komplex? Da der Begriff Komplexität mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird, ist es müßig nach einem ja oder nein als Antwort zu suchen. Es ist aber sicher sinnvoll, IT einmal aus den unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Naheliegend, aber uninteressant

Obwohl es im Kontext von IT nahe liegen würde, möchte ich die in der Informatik verwendete Komplexität von Algorithmen außen vor lassen, die den Ressourcenbedarf bei der Ausführung der Algorithmen widerspiegelt. Auch die Verwendung zur Messung des Informationsinhaltes von Daten möchte ich nicht betrachten. Beide Bedeutungen werden von Spezialisten verwendet und passen nicht zu dem, was umgangssprachlich unter komplex verstanden wird.

Aspekt 1: Vernetzung

Schauen wir auf die in der Systemtheorie genutzte Sichtweise. Die Komplexität eines Systems steigt mit der Anzahl und Art an Elementen und der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Elementen. Komplexität entsteht also erst dadurch, dass Elemente miteinander verknüpft sind, also sich gegenseitig beeinflussen. Die große Anzahl alleine reicht nicht aus. 1000 Hühnereier die mit 1 cm Abstand nebeneinander auf einer großen Fläche liegen sind kein komplexes System. Die Eier beeinflussen sich nicht gegenseitig. Werden jedoch nur 100  Eier zu einer Pyramide gestapelt, sieht dies schon anders aus. Durch die Kopplung in Form des Aufeinanderliegens der Eier entsteht ein komplexes System. Was passiert mit der Pyramide wenn ein Ei die Belastung nicht aushält? Oder wenn man ein Ei entfernt?


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Die blinden Männer und der Elefant

Blind im IT-Projekt

Sechs blinde Männer untersuchen etwas Großes

Kennen Sie das Gleichnis „Die blinden Männer und der Elefant“?

Eine Gruppe blinder Männer untersucht einen Elefanten. Jeder untersucht einen anderen Teil, mit jeweils unterschiedlichem Ergebnis. Der Mann, der das Bein untersuchte, sagte der Elefant sei wie ein Baum. Für den, der den Rüssel untersucht hat, war der Elefant wie eine Schlange. Er sei wie ein Seil, sagte der, der den Schwanz des Elefanten untersuchte. Das Ganze endete in einem fürchterlichen Streit.

Das Gleichnis soll aufzeigen, dass wir die Realität unterschiedlich wahrnehmen, je nachdem welche Perspektive wir gewählt haben. Jeder hat aus seiner Sicht Recht. Ohne den Blick für das Ganze passen die Wahrnehmungen jedoch nicht zusammen.


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