Schlagwort-Archive: Abstraktion

Schnittstellen: Fluch oder Segen?

Schnittstellen finden wir überall in unserem Alltag. Wir sollten Ihnen mehr Bedeutung beimessen.Woran denken Sie wenn Sie das Wort Schnittstelle hören? An Probleme? Dann sind Sie nicht alleine. Viele denken bei dem Wort Schnittstelle an Probleme.  „Schnittstellen sind teuer“ , „Schnittstellen funktionieren nicht. Sie passen nicht zusammen.“, „Wir waren eigentlich fertig, doch dann gab es Problem an den Schnittstellen“.  Es stellt sich jedoch die Frage: Sind die Schnittstellen der Grund für Probleme oder nur der Ort, an dem Probleme sichtbar werden?

Schnittstellen verbinden Systeme

Was sind denn eigentlich Schnittstellen? Schnittstellen verbinden Systeme, die vorher getrennt waren. Sie verbinden Systeme mit Ihrer Umgebung, oder sie verbinden Teilsysteme untereinander. Welche Art von Systemen dies sind, spielt keine Rolle. Vom Computer über Fotoapparate, Smartphones, Mitarbeiter, Lieferanten, Unternehmen, Behörden usw.: all diese Systeme sind über Schnittstellen miteinander verbunden.

Über die Schuko-Steckdose können wir Strom beziehen. Dazu wurden Vereinbarungen festgelegt. Diese  reichen über unterschiedliche Ebenen: neben den mechanischen Maßen, die wir mit dem Auge erkennen können, ist auch die elektrische Spannung festgelegt und wir können uns darauf verlassen, wenn wir ein Gerät an die Steckdose anschließen.  Beim USB Stecker kommen noch Vereinbarungen auf logischen/funktionalen Ebenen hinzu, wie z.B. die Übertragung von Daten. In Software-Systemen finden sich unendlich viele Schnittstellen, die mit dem Auge nicht sichtbar sind. Das Interface als Entwurfsmuster ist für gute Software-Architekten ebenso wichtig, wie ein Hammer für einen Schmied.
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Warum? – Ja, warum eigentlich?

Warum mache ich eigentlich meinen Job?In einem Blog-Artikel von Sinnklang habe ich von einer tollen Aktion gelesen: in einem Blog-Bang lädt Markus Cernak  Blogger ein, einen Artikel zu der Frage „Warum?“ zu schreiben (seine Einladung finden Sie hier). Zufällig wurde mir die gleiche Frage vor ein paar Tagen schon einmal gestellt. Und ich muss sagen, ich war nicht gut vorbereitet. Also Zeit, mich dieser Frage einmal zu widmen: Warum mache ich eigentlich meinen Job so gerne?


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Was macht IT so kompliziert?

Was macht IT so kompliziert?IT finden wir heute überall. Teilweise wird sie von uns bewusst wahrgenommen, z.B. wenn wir über ein Smartphone Nachrichten verschicken. Die IT in einem Auto oder in Geräten, wie einem Staubsauger, nehmen wir meist nur dann wahr, wenn sie nicht funktioniert oder kompliziert zu bedienen ist. Die komplizierte Bedienung von IT möchte ich in diesem Artikel jedoch nicht betrachten.

Ich möchte den Blick auf IT-Projekte werfen.  Projekte, in denen IT so zum Einsatz gebracht werden soll, dass sie die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens unterstützt. Diese Bedürfnisse werden dabei von der Fachseite festgelegt und von den IT-Spezialisten umgesetzt. Eine Arbeitsteilung, wie sie in anderen Bereichen auch zu finden ist, z.B., wenn eine Förderanlage in eine Lager eingebaut wird. Warum wird jedoch die IT in Projekten als so kompliziert wahrgenommen. Woran liegt das? Hierzu sind mir einige Ursachen aufgefallen:
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Ist IT komplex?

Ein Uhrwerk ist ein Beispiel eines Systems, bei dem einfache Elemente sich gegenseitig beeinflussenDass IT-Systeme nicht einfach sind, wird wohl niemand bestreiten. Aber sind sie auch komplex? Da der Begriff Komplexität mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird, ist es müßig nach einem ja oder nein als Antwort zu suchen. Es ist aber sicher sinnvoll, IT einmal aus den unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Naheliegend, aber uninteressant

Obwohl es im Kontext von IT nahe liegen würde, möchte ich die in der Informatik verwendete Komplexität von Algorithmen außen vor lassen, die den Ressourcenbedarf bei der Ausführung der Algorithmen widerspiegelt. Auch die Verwendung zur Messung des Informationsinhaltes von Daten möchte ich nicht betrachten. Beide Bedeutungen werden von Spezialisten verwendet und passen nicht zu dem, was umgangssprachlich unter komplex verstanden wird.

Aspekt 1: Vernetzung

Schauen wir auf die in der Systemtheorie genutzte Sichtweise. Die Komplexität eines Systems steigt mit der Anzahl und Art an Elementen und der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Elementen. Komplexität entsteht also erst dadurch, dass Elemente miteinander verknüpft sind, also sich gegenseitig beeinflussen. Die große Anzahl alleine reicht nicht aus. 1000 Hühnereier die mit 1 cm Abstand nebeneinander auf einer großen Fläche liegen sind kein komplexes System. Die Eier beeinflussen sich nicht gegenseitig. Werden jedoch nur 100  Eier zu einer Pyramide gestapelt, sieht dies schon anders aus. Durch die Kopplung in Form des Aufeinanderliegens der Eier entsteht ein komplexes System. Was passiert mit der Pyramide wenn ein Ei die Belastung nicht aushält? Oder wenn man ein Ei entfernt?


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„75 Prozent aller IT Mega Projekte von Banken erreichen nicht ihre Ziele …“

75% der IT-Mega-Projekte von Banken erreichen nicht ihr Ziel„…25 Prozent werden gar erfolglos abgebrochen.“ Diese Zahlen nennt Frank Schwab in seinem Artikel „IT Mega Projekte in Banken“ (http://www.imacor.eu/IT_Mega_Projekte_in_Banken.html) aus dem Mai dieses Jahres. Er hat dafür 150 IT Mega Projekte untersucht.

Als Ursache führt er auf:

  • „starke Unterschätzung der hohen Komplexität der zu verändernden IT Landschaften“
  • „unrealistische Projektziele“
  • „Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten“


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Warum nicht mal auf Goethe hören?

Professor Wendt hat mir vor einigen Tagen ein Foto eines Denkmals in Leipzig geschickt. Auf diesem Denkmal ist ein  Zitat eingraviert, das ein passender Leitspruch für die Fundamental Modeling Concepts (FMC) wäre:

Zur Einsicht in den geringsten Teil ist die Übersicht über das Ganze nötig - Johann Wolfgang von Goethe

„Zur Einsicht in den geringsten Teil ist die Übersicht über das Ganze nötig“.

Johann Wolfgang von Goethe

Dieses Zitat aus dem Jahre 1810 ist in der IT-Branche immer noch brandaktuell. Es trifft in fast jedem Projekt einen wunden Punkt.


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Drei Möglichkeiten mit Komplexität umzugehen: Ignorieren, Kapitulieren, Abstrahieren

3 Möglichkeiten mit Komplexität umzugehen„Unsere Welt wird immer komplexer!“ Diesen Satz haben sie sicher auch schon gehört, wenn nicht sogar selber gesagt. Schließlich steckt viel Wahrheit dahinter. Dabei können wir die „innere“ Komplexität vieler Dinge getrost ignorieren, sofern wir sie nur „von außen“ bedienen müssen.

Dort aber wo wir die Verantwortung für Innovationen oder Veränderungen tragen, ist es fahrlässig Komplexität auf die leichte Schulter zu nehmen. Einfach nicht so genau hinschauen oder  ein paar schöne Bildchen malen? Das bringt nur eine trügerische Sicherheit. Ein wirkliches Verständnis von Zusammenhängen wird in der Regel nicht gewonnen. Anstatt mit angemessener Genauigkeit und Sicherheit Auswirkungen abschätzen zu können, bewegt man sich eher im „Blindflug“.


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Sprache bestimmt das Denken …

Sprache bestimmt das Denken …

… und somit die Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln.

Letzte Woche habe ich ein Diskussionspapier erhalten, in dem ein Software-Entwickler zwei Varianten von Versionsverwaltungssystemen gegenüber stellt. Obwohl ich die technischen Prinzipien solcher Systeme kenne, war es mir kaum möglich, den Gedankengängen des Autors zu folgen. Es war nicht die Komplexität des Themas, die mich davon abgehalten hat, sondern die Unverständlichkeit der Sprache.

Der Text war in (fast) deutscher Sprache geschrieben. Er enthielt jedoch sehr viele Anglizismen und schlichtweg falsche Übersetzungen englischer Fachbegriffe. Mit Mühe konnte ich mir den Sinn der Texte erschließen. Was mich erschreckt hat, war die Denkwelt, in der der Autor sich bewegte.

Mir ist dazu ein Artikel eingefallen, den ich vor einigen Jahren im Spiegel gelesen habe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,314106,00.html

Hier ein kurzes Zitat: „Völker, in deren Sprache bestimmte Ausdrücke nicht auftauchen, leiden an einer gestörten Wahrnehmung: Sie können Konzepte, für die sie keine Wörter kennen, auch nicht verstehen. Offensichtlich bestimmt die Sprache, so eine aktuelle Studie, wie Menschen Realität wahrnehmen.“ – Spiegel, 20.08.2004

Dies erklärt sehr gut meinen Eindruck, den ich beim Lesen des Diskussionspapiers hatte. Wenn jemand beim Kommunizieren mit anderen Menschen nur Begriffe aus der Welt  des Programmierens verwendet und keine andere Sprache als Programmiersprachen und Kommandos von Softwareprogrammen kennt, wird er nicht in der Lage sein, komplexe Systeme zu konstruieren.

Damit Ingenieure Lösungen für komplexe Aufgabenstellung entwickeln können, ist eine passende Sprache erforderlich. Die Fundamental Modeling Concepts von Prof. Wendt sind dafür bestens geeignet, da sie sich auf einfache Grundprinzipien beschränken und von allen Beteiligten verstanden werden können, nicht nur von Spezialisten. Nach meiner Meinung ein MUSS, um gemeinsam in Teams an innovativen Lösungen zu arbeiten.

Es geht weniger darum, welche Modellierungsmethode eingesetzt wird, sondern vielmehr darum, wie die Teams über die Lösung denken, an der sie gemeinsam arbeiten. Hier entscheidet sich, ob effizient und erfolgreich gearbeitet wird, oder nicht.


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